Interview mit Andreas Heibrock auf dem Branchengipfel Sachwertanlagen 2018:

"Sachwerte gehören zu jedem größeren Vermögensportfolio"

Anlässlich des 8. Cash.-Branchengipfel Sachwertanlagen, der in Hamburg stattfand, führte Cash ein Interview mit Andreas Heibrock, Geschäftsführer der PATRIZIA GrundInvest, über die Entwicklung des Marktsegments, der Produkte und der digitalen Strategien für die Zukunft.

Cash: Zunächst eine grundsätzliche Frage. Warum sollten Investoren überhaupt in einen Sachwert, eine Vermögensanlage, einen Alternativen Investmentfond (AIF) investieren?

Heibrock: Sachwerte gehören zu jedem größeren Vermögensportfolio dazu. Auch, um eine große Streuung und Diversifikation des Vermögens zu erreichen. Die Anleger machen sich damit unabhängig von Entwicklungen anderer Anlagen, wie beispielsweise Aktien. Ein Anteil von 15 bis 20 Prozent an Sachwerten tut deshalb jedem größeren Portfolio gut.

Cash: Im Januar 2018 ist die neue Finanzmarktrichtlinie MiFID II in Kraft getreten, die Vermittler und Berater im Sinne einer Vertriebsregulierung vor große Herausforderungen stellt. Inwieweit unterstützen Sie als Anbieter von Immobilienfonds den Vertrieb bei der Umsetzung dieser Richtlinie?

Heibrock: Die PATRIZIA GrundInvest hat zum Start der novellierten Finanzmarktrichtlinie sehr viel Wert auf eine frühzeitige Kommunikation mit dem Vertrieb gelegt. So haben wir beispielsweise für die Vermittler und Berater eine Checkliste erstellt, aus der sie entnehmen können, welche Fragen zu beantworten sind und wer für was verantwortlich ist. Darüber hinaus arbeiten wir aktiv im Rahmen unserer Verbandsarbeit im ZIA an diesen Themen mit.

Cash: Gutes Stichwort. Nach der Auflösung des Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen (BSI) und der Integration in den Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) fürchten viele Anleger keine Lobby mehr für ihre Themen in der Politik zu haben. Wie will sich die Branche zukünftig gegenüber Vermittlern, Politikern und den Anlegern positionieren?

Heibrock: Der Zusammenschluss beider Verbände bringt grundsätzlich eine Stärkung mit sich. Als Präsidiumsmitglied des ZIA erlebe ich regelmäßig, dass die Interessen und Anliegen von Anbietern auf der einen und den Kunden auf der anderen Seite in der Branche nun verstärkt und mit einer Stimme formuliert werden können. Der ZIA spricht mit seinen Mitgliedern, unter ihnen mehr als 20 Verbände, für rund 37.000 Unternehmen und hat damit auch eine starke Stimme in Richtung der Politik.

Cash: Manche Anleger haben das Gefühl, dass die Zahl der Publikumsfonds noch recht überschaubar ist. Was tun die Anbieter, um das Angebot für Vermittler und Käufer zu vergrößern?

Heibrock: Der Markt hat sich in den letzten zwei Jahren stark weiterentwickelt und ist jeweils um 17 bzw. 20 Prozent gewachsen. Unser Markt ist stark reguliert und es braucht einen langen Vorlauf, um ein neues Produkt mit der Genehmigung der BaFin platzieren zu können. Die Frage zeigt aber, dass es eine hohe Nachfrage nach unseren Produkten gibt und wir verstehen das als Ansporn, unsere Produktpalette - wo es geht - ständig zu verbreitern.

Cash: Welchen Anlagehorizont empfehlen Sie bei Sachwerten?

Heibrock: Da habe ich eine klare Antwort, mindestens zehn Jahre. Zum Vergleich, wer beispielsweise eine Eigentumswohnung als Geldanlage kauft, will damit auch langfristig Erträge erzielen. Wenn sich jemand finanziell weniger als zehn Jahre binden möchte, sind Immobilienfonds für Privatanleger in der Regel nicht das geeignete Produkt.

Cash: Wie möchte man das Direktgeschäft und digitale Zeichnungen in Zukunft besser vernetzen, welche Möglichkeiten werden sich etablieren?

Heibrock: Es wäre für unsere Branche sicher gut, wenn sie es schaffen würde eine einheitliche Informationsplattform für Vertrieb und Anleger zu etablieren, auf die jeder Kunde mit einem Investitionsinteresse in Sachwerte zugreifen und dort alle relevanten Informationen über die Fonds, aber auch Anbieter und Platzierungspartner finden kann. Wenn eine Handvoll Branchenmitglieder so eine Plattform starten würde, kämen schnell weitere hinzu.

Cash: Mit welchen Auswirkungen durch das Direktgeschäft und die Digitalisierung rechnen Sie für die bisher tätigen Vermittler? Wird der klassische Vertriebler aussterben?

Heibrock: Das ist keine Frage von entweder oder. Wir gehen den Weg, dass wir unseren angeschlossenen Vermittlern anbieten, die Möglichkeit für eine Onlinezeichnung auf ihre Internetseite zu stellen. Damit haben sie die Chance, zusätzliches Geschäft zu generieren. Denn es wird immer Kunden geben, die eine schnelle und einfache Methode wünschen, solche Geschäfte abzuwickeln. Diese Kundenwünsche kann der klassische Vermittler damit erfüllen und verbreitert zusätzlich das Spektrum seiner Dienstleistungen.

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